31.07.2001
Metro-Konzern steigert den Umsatz um 5,8 Prozent
Unternehmen setzt Wachstumskurs fort
"Die METRO AG setzt planmäßig ihr Wachstum fort und hat auf dem Weg, ein internationaler Handelskonzern moderner Prägung zu werden, wesentliche Fortschritte erreicht. Bis zum Ende des laufenden Geschäfts-jahres werden wir den Konzernumsatz um mindestens 7 Prozent auf über 50 Mrd. EURO steigern. Außerdem haben wir uns in 2001 eine Ergebnisverbesserung von mindestens 10 Prozent je Aktie zum Ziel gesetzt. Der Auslandsanteil am Konzernumsatz wird weiter zunehmen." Das sagte der Vorstandsvorsitzende der METRO AG, Dr. Hans-Joachim Körber, anlässlich der Vorstellung der Halbjahreszahlen des laufenden Geschäftsjahres. Im zweiten Quartal, das besser als erwartet verlief, steigerte der Konzern den Umsatz um 6,4 Prozent. Im ersten Halbjahr 2001 erreichte der Konzernumsatz ein Volumen von 23,1 Mrd. EURO und liegt damit um 5,8 Prozent über dem Vorjahres-niveau. Der Auslandsanteil am Konzernumsatz erhöhte sich zur Mitte des Ge-schäftsjahres auf 43,1 Prozent nach 41 Prozent im Vorjahr. Gleichzeitig stieg das Ergebnis vor Zinsen und Ertragssteuern (EBIT) von 185,6 Mio. EURO auf 206,5 Mio. EURO. Das EBIT der Vertriebslinien wuchs von 139,4 Mio. EURO um 37,8 Prozent auf 192,1 Mio. EURO. Bei den Investitionen weist der Konzern im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum einen Anstieg von 686,5 Mio. EURO auf 903,1 Mio. EURO aus. Das Handelsnetz wurde im selben Zeitraum um insgesamt 45 Standorte erweitert, davon 19 im Ausland. Körber sieht in den vorgelegten Halbjahreszahlen das Ergebnis einer erfolg-reichen Unternehmensstrategie, in deren Mittelpunkt der Aufbau einer eigenen "Firmenkonjunktur" steht. Deren Grundlagen sind eine forcierte Internationalisie-rung, organisches und rentabilitätsorientiertes Wachstum sowie eine kontinuierli-che Optimierung der Vertriebslinienkonzepte. Cash & Carry weiter auf Expansionskurs Das umsatzstärkste Geschäftsfeld innerhalb des METRO-Konzerns, Cash & Carry, steigerte im ersten Halbjahr 2001 seinen Umsatz im Vergleich zum Vorjahr von 9,77 Mrd. EURO um 7,7 Prozent auf 10,52 Mrd. EURO. Besonders deutlich fiel das Umsatz-wachstum im Osteuropageschäft mit einem Plus von 12,7 Prozent und in den außereu-ropäischen Ländern mit einem Plus von 32,0 Prozent aus. Das EBIT konnte von 148,6 Mio. EURO in 2000 um 7,7 Prozent auf 160 Mio. EURO in 2001 gesteigert werden. Die erreichten Zuwächse bei Umsatz und Ergebnis resultieren insbesondere aus der gezielt betriebenen Internationalisierung im Bereich Cash & Carry. Für dieses verstärkte Engagement des METRO-Konzerns auf den Auslandsmärkten steht die Eröffnung von 12 neuen Standorten weltweit im ersten Halbjahr 2001. Darunter befinden sich 4 neue Betriebsstätten in China. Cash & Carry war damit zur Mitte des Jahres in insgesamt 20 Ländern mit 365 Standorten vertreten, und zwar mit 198 in Westeuropa, 69 in Osteuropa, 17 in China und Marokko sowie 81 in Deutschland. Für das zweite Halbjahr ist ein weiter beschleunigter Ausbau der Auslandspräsenz vorgese-hen. Es steht u. a. die Eröffnung neuer Märkte in Russland und Kroatien an. Lebensmitteleinzelhandel legt gegen den Markttrend bei Umsatz und Ge-winn zu Das Geschäftsfeld Lebensmitteleinzelhandel mit den Vertriebslinien SB-Warenhäuser und Verbrauchermärkte verzeichnete zur Jahresmitte 2001 in einem rück-läufigen Markt deutliche Zuwächse. Gegen den Branchentrend konnte eine Umsatzstei-gerung von 5,33 Mrd. EURO um 3,2 Prozent auf 5,5 Mrd. EURO erreicht werden. Das EBIT verbesserte sich ebenfalls, nämlich von – 41,3 Mio. EURO auf – 6,4 Mio. EURO. Die 278 Real-SB-Warenhäuser steigerten in den ersten sechs Monaten den Umsatz von 3,88 Mrd. EURO im ersten Halbjahr 2000 auf 4,03 Mrd. EURO in 2001. Sie koppel-ten sich damit von der negativen Gesamtentwicklung im deutschen SB-Warenhausbereich ab und bauten ihre führende Marktstellung weiter aus. Das EBIT belief sich zur Mitte des laufenden Geschäftsjahres auf 8,6 Mio. EURO, nachdem die Real-SB-Warenhäuser zur Jahresmitte 2000 noch ein negatives Ergebnis in Höhe von – 18,5 Mio. EURO ausgewiesen hatten. In diesem deutlich positiven Geschäftsverlauf im ersten Halbjahr 2001 findet vor allem die im Jahr 2000 erfolgreich durchgeführte Stand-ortoptimierung ihren Ausdruck, die mit einer Verschlankung der Organisation und we-sentlichen Veränderungen im Vertriebs- und Vermarktungskonzept verbunden war. Au-ßerdem ist er das Ergebnis einer verstärkten Kundenorientierung, z. B. durch die Einfüh-rung der Payback-Karte. Ein leichtes Umsatzplus von 0,8 Prozent auf 1,47 Mrd. EURO weisen die 495 in Deutschland tätigen Extra-Verbrauchermärkte aus. Gleichzeitig verbesserte sich das EBIT von – 22,9 Mio. EURO zur Mitte des Vorjahres auf – 15,1 Mio. EURO. Diese von positiven Tendenzen geprägte Geschäftsentwicklung der Extra-Märkte steht im Gegen-satz zur allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung im Bereich des kleinflächigen Le-bensmitteleinzelhandels, der gegen eine deutlich nachlassende Nachfrage anzukämpfen hat. METRO rechnet mit einer weiteren Ergebnissteigerung im zweiten Halbjahr im Zuge der fortgesetzten Verbesserung des Warenangebots im Frische-Bereich sowie bei Ge- und Verbrauchsgütern des täglichen Bedarfs. Darüber hinaus erwartet das Unternehmen einen weiter positiven Geschäftsverlauf als Folge einer gezielten Erhöhung der Flächen-produktivität und der fortgesetzten systematischen Umstellung des bestehenden Filial-netzes auf das Extra-Marketing-Konzept. Die Extra-Verbrauchermärkte, bei denen die-ser Maßnahmenkatalog bereits vollständig umgesetzt worden ist, weisen in der ersten Jahreshälfte 2001 deutliche Umsatzsteigerungen auf. Insgesamt positive Geschäftsentwicklung im Bereich Nonfood Der Nonfood-Fachmarktbereich des METRO-Konzerns mit den Vertriebslinien Me-dia-Markt und Saturn sowie Praktiker hat sich im ersten Halbjahr 2001 insgesamt positiv entwickelt. Die Umsätze stiegen von 4,64 Mrd. EURO um 7,7 Prozent auf rund 5 Mrd. EURO. Das EBIT erhöhte sich von 44,3 Mio. EURO auf 48,2 Mio. EURO. Die Media- und Saturn-Elektronikfachmärkte haben im ersten Halbjahr 2001 den Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 10,3 Prozent auf rund 3,7 Mrd. EURO gesteigert. Besonders deutlich fiel das Umsatzwachstum im europäischen Ausland aus. Die Media-Saturn-Märkte verfestigten damit ihre Marktführerschaft in Europa und gewannen Markt-anteile hinzu. In Deutschland blieb das Umsatzvolumen flächenbereinigt um 2,4 Prozent unter dem Niveau zur Mitte des vergangenen Jahres. Ursächlich dafür war die Konsoli-dierung des Marktes in den Bereichen PC- und Telekommunikation, die mit einem deut-lichen Nachfragerückgang einherging. In dieser Konsolidierungsphase setzt Media-Saturn die erfolgreiche Strategie zum Ausbau der Marktführerschaft durch Expansionen und den Erwerb weiterer Marktanteile konsequent fort. Das EBITDA, das Ergebnis vor Zinsen, Ertragssteuern und Abschreibungen, stieg von 99,7 Mio. EURO auf 105,6 Mio. EURO. Das EBIT der Elektronikfachmärkte blieb zum Ende des ersten Halbjahres 2001 mit 43,7 Mio. EURO unter dem Halbjahresergebnis 2000 von 49,4 Mio. EURO. Dieser Ergebnisrückgang ist Folge gestiegener Investitionen in den Ausbau des in- und ausländischen Filialnetzes. Im Inland wurden im ersten Halbjahr 2001 insgesamt 6 neue Fachmärkte eröffnet. Die Expansion auf den Auslandsmärkten wurde mit 4 zusätz-lichen, neuen Betriebsstätten vorangetrieben. Zur Jahresmitte 2001 umfasste das Ver-triebsnetz damit insgesamt 324 Fachmärkte. Die 351 in- und ausländischen Praktiker-Baumärkte verzeichneten insgesamt in den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres einen leichten Umsatzrückgang um 0,3 Prozent, von 1,31 Mrd. EURO auf 1,30 Mrd. EURO. Die Geschäftsentwicklung war dabei von regionalen Unterschieden geprägt. Während im Inland angesichts einer deutlich nachlassenden Nachfrage bei gleichzeitig zunehmendem Wettbewerbsdruck der Umsatz zurückging, wurden an den übrigen Standorten des Unternehmens innerhalb Europas teilweise erhebliche Zuwächse erzielt. Das EBIT hat sich im Berichtszeitraum gegenüber dem Vorjahr von – 5 Mio. EURO auf ein positives Ergebnis von + 4,5 Mio. EURO verbessert. In diesen Vergleichszahlen spiegeln sich erste Erfolge des im Jahr 2000 in Angriff genommenen und konsequent umgesetzten Restrukturierungsprogramms für die Praktiker-Baumärkte wider. Im Rah-men dieses Konzepts wurden im ersten Halbjahr 7 inländische Märkte mit zu geringer Verkaufsfläche geschlossen und 4 großflächige Märkte neu eröffnet. Diese Optimierung des Filialnetzes wird ebenso wie ein unverwechselbarer Markenauftritt und ein für die Kunden attraktives Preis-Leistungsverhältnis zu einer weiteren Ergebnisverbesserung in der Zukunft beitragen. Warenhausgeschäft zeigt sich gut behauptet Infolge der erstmaligen Konsolidierung der im laufenden Geschäftsjahr erworbenen 15 belgischen INNO-Kaufhäuser verzeichnete der Umsatz der jetzt insgesamt 146 Wa-renhäuser einen leichten Zuwachs von 1,77 Mrd. EURO auf 1,78 Mrd. EURO. In Deutschland sank der Umsatz von 1,77 Mrd. EURO um 2 Prozent auf 1,73 Mrd. EURO. Das EBIT verbesserte sich von – 12,2 Mio. EURO auf – 9,7 Mio. EURO. Impulse für eine Steigerung der Geschäftsergebnisse im Warenhausgeschäft in der zweiten Jahreshälfte und in der Folgezeit werden unter Ausschöpfung der durch den Wegfall des Rabattgesetzes eröffneten Gestaltungsspielräume im Bereich des Marke-tings erwartet. Für die bereits erfolgreich eingeführte Payback-Karte bieten sich völlig neue Formen der Kundenansprache und Kundenbindung, die konsequent genutzt wer-den. Ausblick Der METRO-Konzern zeigt sich nach Ansicht Körbers zur Jahresmitte 2001 in allen Geschäftsfeldern gut positioniert und verfügt über eine starke Stellung sowohl im Inland als auch auf den Auslandsmärkten: "Insgesamt bestätigen die Halbjahresergebnisse den erwarteten erfolgreichen Geschäftsverlauf im Jahr 2001, wobei dieser teilweise gegen allgemeine negative Markttrends erreicht worden ist", so Körber. Darauf aufbauend wird das Unternehmen den eingeschlagenen Weg rentabilitätsorientierten, organischen Wachstums in der zweiten Jahreshälfte konsequent weiterverfolgen. Im Fokus dieser Bestrebungen wird dabei der weitere Ausbau der unternehmenseigenen "Firmenkon-junktur" stehen. Mit Nachdruck wird auch das erfolgreiche Auslandsengagement mit dem Ziel einer kontinuierlichen Steigerung des Auslandsanteils am Konzernumsatz in-tensiviert. Die in verschiedenen Geschäftsbereichen eingeleiteten Restrukturierungs-maßnahmen werden konsequent weitergeführt. Eine Steigerung des Umsatzes um mindestens 7 Prozent sowie eine Ergebnisver-besserung um über 10 Prozent je Aktie bis zum Ende des laufenden Geschäftsjahres entsprechen einer realistischen Einschätzung der Geschäftsentwicklung im Jahr 2001.